Mit Dichtkunst in die Herzen der Frauen

Ich hab hier wiedermal ein Fundstück der Woche; der Betreffende hat mich nun über die Singlebörse angeschrieben, indem er mir innerhalb einer Woche dreimal nur die Nachricht “Hallo schöne Frau” sandte, und wie ich sehe, setzt er eigentlich auf die Macht der Poesie; ich kann es euch einfach nicht vorenthalten. Hier – genau so und nicht anders steht es in seinem Profil:

«MARIA
Maria , kann mich nicht damit abfinden
das du auf ein mal weg bist.
Der wintter ist vorbei,
auch das frhüjahr hat sich verabschiedet.
Nun ist Herbst
die zeit in der sich die Blätter von den Bäumen trennen.
ich fühle eine Leere in mir,
eine unruhe in meiner seele.
weit entfernt sind unsere erlebnisse.
nur noch trännen in meinen Händen.
„einsamerMaria,es ist herbstzeit
die Bäumen werfen ihre blätter.
auch die rosen duften nicht mehr
seit du nicht mehr da bist.
den stadtpark,wie wir spazieren gingen,
laufe ich hoch und runter.
ein leichter wind weht in begeleitung
des leisen regens.
Die Bäume rascheln und werfen ihre bläter zu Boden.
Eine Frau hält ihren Schirm,
ihre haare gleiten mit dem wind.
sie gleicht dirin den bildern,
die ich in meiner phantasie zeichne.
Die zigeunerfrau mit den blumen
reicht mir eine rose zu.
so eine, die ich dir
in die haare gesteckt habe
Maria , gibt es überhaupt duftende Rosen,
wenn du nicht hier bist ?
gibt es die farbe des Frhüling-
eine bedeutung der dichtung?
hat das ganze jahr denn einen sinn,
wenn du nicht da bist ?
ich gehe in unsere alte Kneipe.
Die Sängerin sing wieder in begeleitung des Pianos
” Lady Merry ”
und ich trinke den Französischen Wein.
Das gewitter in meinen ohren
eine sturm in mir.
der winter nähert sich, mir ist kalt.
Der schmerz ganz tief in meinem herzen
nicht ein mal das feuer des kamins wärmt mich.
meine augen füllen sich mit tränen
und es regnet schamloss aus ihnen
ich befinde mich in einer flut.
sie erstickt mich unerbittlich.
Maria es ist Herbst und du bist nicht hier.
ich suche nach dier überall;
am Bhanhof,am strand, in den Lauten der Möwen.
in den wogen der wellen
aber du bist ja nirgends in dieser Stadt…»

Was er damit genau bezwecken will, hat er leider nicht dazugeschrieben, und auch mir erschloss sich der Sinn nicht sofort. Aber nachdem ich dieses aufrüttelnde Meisterwerk deutscher Dichtkunst in aller Ruhe auf mich wirken ließ, ergriffen mich tiefe Trauer und Weltschmerz und mir wurde klar: Dieser Poet ist ein Mensch mit UNHEIMLICH tiefen Gefühlen. Maria, bist du deppert, dass du diesen Mann verlassen hast??!!

Fazit: 1) Eine fade Erstkontakt-Mail wie „Hallo schöne Frau“ wird auch nach dem dritten Senden nicht besser oder zugkräftiger. 2) Wenn du schon eigene dichterische oder schriftstellerische Ergüsse in deinem Singlebörsen-Profil preisgibst, dann frag vorher ein paar Freunde, wie´s auf sie wirkt. 3) Wer mit Dichtkunst punkten will, sollte die Sprache beherrschen.
© Beatrice Poschenrieder

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