Ich parshippe jetzt (Teil 2)

Hier die Fortsetzung von Teil 1: mein Bericht über meine drei Tage kostenlose Voll-Mitgliedschaft („Premium“) bei Parship…
Als erstes sichte ich natürlich die Nachrichten, Lächler, „Likes“ und Bildfreigaben, die ich bereits bekommen habe – insgesamt von 15 Männern. Elf sortiere ich gleich aus, weil sie zu weit weg wohnen oder nicht zu mir passen. Vieren sende ich ein kurzes Dankeschön und gebe meine Fotos frei. Einer von den Vieren hat bis heute nicht reagiert, die anderen lassen mich ihrerseits ihre Bilder sehen – nette Männer, aber leider auch nicht so mein Geschmack. Einem davon schreibe ich, ob er vielleicht mit dem Alter etwas geschummelt hat (er bezifferte sich auf 46 und sieht aus wie mindestens 52); auch er hat nicht mehr geantwortet.

Normalerweise suche ich auf Singlebörsen fast nie selber aktiv, weil mich die Kontaktanfragen, die ich bekomme, schon genug in Anspruch nehmen. Aber hier habe ich nur 3 Tage, also halte ich mich ran und gebe meine Sucheinstellungen ein: Alter 46 bis 59 Jahre, Größe egal, Region Berlin, Nichtraucher oder gelegentlicher Raucher, Kinder egal. Dazu bekomme ich 330 Partnervorschläge; die ackere ich am ersten Gratistag durch, was Stunden dauert, weil man ja die Fotos nicht richtig sehen kann; daher lese ich jedes Profil durch und schicke jedem, der mir gefallen könnte, entweder einen Lächler oder eine kurze Nachricht, jeweils mit Bildfreigabe – 20 Männern.
Von diesen 20 reagieren 6 gar nicht; einer schickt mir gleich eine Absage, ich wohne ihm zu weit weg (er lebt am anderen Ende von Berlin als ich); einer schreibt etwas Lapidares wie „Schön, dass du dich meldest“, gibt mir aber seine Fotos nicht frei; die restlichen 12 lassen mich ihre Bilder sehen. Ich hab gar nicht so schlecht geschätzt: die allermeisten davon sind attraktiv oder zumindest sehr interessante Typen.
„Parship“Ein sehr sympathischer 52jähriger geht umgehend in einen zauberhaften Mailaustausch mit mir, am zweiten Tag telefonieren wir bereits und machen ein Treffen für den Abend ab. Das Date dauert zwar nur zwei Stunden, weil ich zeitlich begrenzt bin, doch ich lerne einen liebenswürdigen, gepflegten Gentleman kennen, der mich wiedersehen will.
Ein anderer schreibt mir auch gleich begeistert und flirtet dann per WhatsApp mit mir; er ist mir zwar ein bisschen zu füllig, aber sein Beruf und Profil sind ziemlich außergewöhnlich, also sehe ich erst mal über den Bauch hinweg und flirte zurück.
Den restlichen Männern schreibe ich zum Teil, dass meine Premiummitgliedschaft morgen schon wieder zu Ende ist und sie mir ihre Kontaktdaten dalassen sollen, und zum Teil lege ich sie auf Eis, weil es mir sonst zu viel wird.
Am Ende, nachdem meine drei Gratistage vorüber sind, stehe ich mit sieben Männern in Kontakt über meine eigene Email oder über Handy, inklusive der beiden, die bereits reges Interesse zeigen.
Weitere drei Männer antworten erst nach Ablauf meiner Gratis-Zeit, was schade ist, denn Parship hat mir jetzt sämtliche Nachrichten (auch die, die ich bereits bekommen und gelesen habe) unsichtbar verschleiert, ebenso wie die Fotos all meiner Kandidaten. Aber wenn ich das 50-%-Angebot annehme, nämlich 329 Euro für ein Jahr, kann ich wieder alles sichten. Hm.
Nun, sieben Singlemänner sind mir erst mal genug. Sollte keiner zum Verlieben dabei sein, kann ich mir das Angebot ja immer noch überlegen.
Von diesen sieben fällt anderntags einer weg, weil er nicht, wie auf Parship angegeben, Ingenieur ist, sondern Techniker im Theater, was bedeutet, dass er fast jedes Wochenende und an den meisten Abenden arbeitet. Auch der sehr interessante, aber füllige Mann fällt weg, weil er mir auf WhatsApp ein ganz aktuelles Foto von sich sendet, auf dem zu sehen ist, dass er jetzt nicht nur ein bisschen füllig, sondern ziemlich fett ist (seine Figurangabe bei Parship: “normal”); ich schreibe ihm sehr nett, dass für mich die optisch-erotische Anziehung auch sehr wichtig ist und er mir „ein bisschen zu viel“ ist, worauf er patzig erwidert, ich wäre ihm auch 15 cm zu klein, er stehe auf größere Frauen – womit er sich endgültig disqualifiziert hat.
Bleiben also fünf… Fortsetzung folgt!
© Beatrice Poschenrieder