Finya im Praxistest: Fazit nach mehreren Jahren

Ganz früher, so vor 11 bis 14 Jahren, war Finya mal eine coole Kontaktbörse. Man konnte darüber nicht nur potentielle Partner kennen lernen, sondern auch nette/ interessante Männer und Frauen, um was zu unternehmen. Vor viereinhalb Jahren hab ich mich auch noch relativ positiv über Finya geäußert. Inzwischen ist es zu einer lausigen Plattform verkommen. Von wegen „Finya ist der ideale Ort für moderne Partnersuche“ (der Slogan dieser Börse):
„Online-Dating• Nur noch etwa ein Fünftel der Kontaktmails, die ich erhalte, kommt von Männern, die offenbar tatsächlich auf Partnersuche sind (ob die dann zu mir passen, ist ja noch eine andere Frage, denn sehr viele von ihnen entpuppen sich beim ersten Date z.B. als drogenabhängig, schwer nikotinsüchtig und/oder als ewige Jungs, die ihr Leben nicht auf Reihe kriegen).
• Deutlich mehr, etwa ein Drittel, will nur Sex, wie z.B. dieser Typ aus Frankfurt, dessen Nickname ungelogen „AnalerLover“ lautet und der mir schreibt, dass er nächstes Wochenende nach Berlin käme und mich dann gern über diese zweieinhalb Tage in meiner Wohnung besuche, um mir „was zu stecken“. (Ich muss jetzt noch fast kotzen, wenn ich dran denke.) Ganz zu schweigen von diesen unzähligen BDSM-Typen, die mich entweder fragen, ob ich devot sei und einen „Dom“ brauche, oder sich mir als Sklave anbieten und meinen Fußboden / meine Schuhe ablecken wollen.
• Und noch mehr Erstkontakt-Mails, mittlerweile beinah jede zweite (!), sind von Fake-Profilen. Beispiele, die grade eben reingekommen sind:
«Hallo wie geht es dir heute, Kevin von und bin ein Mann, der nach einer ehrlichen Frau sucht, die den Rest meines Lebens mit verbringen und ich werde glücklich sein, mit dir zu plaudern und mehr über dich zu wissen. Um irgendeine Frau zu finden, die bereit ist für eine neue Beziehung, die ich Sohn habe, wurde ich in Deutschland geboren und wuchs in US-Beacuse von meinem Eltern-Tod auf, ich bin in die USA gekommen … Aber ich werde bald nach Deutschland kommen…»

«Lieber Freund,
Mein Name ist Mr.Anne Landman bin 75 Jahre alt. Ich möchte Ihnen eine Spende von 5,5 Millionen Dollar spenden. Als mein Arzt mir gerade bestätigt hat, dass ich aufgrund der Krebserkrankungen, an denen ich leide, begrenzte Tage habe, um zu leben.
Ich habe den Herrn gebeten, mir alle meine Sünden zu vergeben, und ich glaube, er hat, weil Er barmherzig ist. Ich werde zur dritten Operation gehen, und ich bete dafür, dass ich die Operation überlebe, als ich mich zum dritten Mal entschlossen habe, diesen Fonds für Sie für die gute Arbeit des Herrn zur Nächstenliebe zu spenden und den mutterlosen, weniger privilegierten und auch für die Hilfe der Witwen wirklich.
Im Moment kann ich keine Telefongespräche führen, ich bin von meinem Arzt eingeschränkt worden. Wenn Sie mir versichern können, dass ich mit meinem Angebot umgehen kann. Kommen Sie mit dieser E-Mail-Adresse zurück zu mir: annelandman…@.…com»


Auch fast die Hälfte der Männer, die mir auf meiner Finya-Statseite als „interessante Mitglieder“ angeboten werden, sind gefälschte Profile (die sind sehr leicht und eindeutig zu erkennen; sie erfüllen praktisch alle Merkmale, die ich im Beitrag «10 Punkte, woran man auf einer Partnerbörse ein Fake-Profil erkennt» beschreibe). Wieso werden die Fakes von der Redaktion nicht rausgelöscht? Und die ganzen Typen, die offenbar nur auf Sex aus sind, vor allem die, die auf sehr speziellen Sex aus sind (SM, Fetisch, Porno), was haben die hier verloren? Ist Finya neuerdings ein Sexkontakte-Portal?
Und dann noch die vielen Gestörten, die aus dem Nichts auftauchen und ätzende Kritik oder Schmähreden über mir ausschütten (fast alle meine Beispiele im Beitrag «Verfall der Umgangsformen in Singlebörsen» hab ich aus Finya):
Wieso darf mich ein Typ mehrfach heftig beleidigen und meine Meldung bei der Redaktion bewirkt keineswegs eine Löschung seines Profils?
Hauptsache, es sind möglichst viele „Mitglieder“ in der Börse? Damit mehr Werbebuchungen kommen?
So macht das jedenfalls keinen Spaß mehr.
© Beatrice Poschenrieder

One thought on “Finya im Praxistest: Fazit nach mehreren Jahren

  1. Ich als Mann hier auf Finya: Wenn ich denn überhaupt vorher Illusionen hatte, sind die mir hier ein Stück weit genommen worden, ich bin Frauen durchaus zugetan, aber mein Bild von ihnen bröckelt schon leicht angesichts der Beliebigkeit der Profile, ja schon fast gewöhnlich uniform, irgendwie bald austauschbar, als ob da wechselseitig Textbausteine bei der jeweils anderen herauskopiert und bei sich eingefügt werden.
    Oder auch dieses maßlos Überqualifizierte: ich kann alles, ich bin alles und spreche acht bis zehn Sprachen. Ja und sportlich total, Paragliden, Bungeejumping, Triathlon und Stadtmarathon in New York sowieso jedes Jahr. bin zwar schon Mitte 50, aber agil wie mit 25, und ob es es zu der Veranstaltung schaffe, kann ich noch nicht sagen, bin vorher auf einer anderen und danach auch gleich wieder… und überhaupt, ich habe ja so einen großen Freundeskreis und so viele Anfragen, das dauert schon mal länger mit der Beantwortung….
    Oder der teils unverholende Versorgungsanspruch, da wird doch tatsächlich geschrieben, “ich wünsche mir einen gutsituierten Mann bis 75 (selber gerade mal 51) mit Motorrad, Wohnmobil und Garten, ist aber keine Bedingung.”
    Sonst noch was?
    “…bin gerade mal in Deutschland, sonst in Rumänien, möchte verwöhnt und auf Händen getragen werden” und in der Marken-Anklick-Liste: Porsche, Lamborghini, Bentley, Gucci, Prada… sonst so gar nichts weiter an Text und Inhalt.
    Oder die total durchgeistigten, feinsinnigen Sensiblen: super Profiltext, absolut Seele, da ist man ganz gerührt… da wird Seelenverwandschaft, Magie, Aura beschworen, zauberhaft, und dann weiter unten in der 100-Fragen-Liste der Schocker: “Wie sieht bei Dir ein ausgefülltes Liebesleben aus?” Antwort tatsächlich: “Harter Sex nach dem Aufstehen”!
    Oder angeblich hochgebildet, Universität In-und Ausland, aber nicht in der Lage, unfallfrei drei Wörter ins Statement kriegen – nicht kleine Rechtschreibfehlerchen, sonder richtige “Klopper”; da wird nichts überlesen, einfach “enter” und hochgeladen. Beim Chatten kann das schon mal vorkommen, aber beim Profilerstellen?? Da hat man doch alle Zeit der Welt!
    Und noch so ein seltsam Ding: Finya ist ja so fies und trägt gerne mal in klein rechts unten den chronologischen Verlauf ein; fiel mir bei den 100-Fragen auf, da ist man, vielmehr frau, nur jetzt im Moment gerade “neu” dabei und ganz frisch, jedoch sind die Einträge ganz unterschiedlich z.T. vor über einem Jahr bearbeitet worden; und der Status beim offiziellen Profilbild ist “Neumitglied”?? Es gibt sogar einige echte Veteranen(innen): “bin seit 2012 dabei”, “Nachtrag 2015”. Zwei kenne ich sogar persönlich, von vor 10 Jahren: das gleiche Bild, die gleiche Altersangabe….

    Aber mal zu den Männern:
    Es geht noch besser, alles real vorgekommen:
    Das Bild weglassen nutzt nichts, eine Freundin wollte mir das mal beweisen und hat einen kleinen Test gemacht, einfach mal schnell ein Profil hochgeladen, so ganz ohne Text und Bild oder sonstiger Angaben, und siehe da, binnen 10 min über 20 Mails, davon 15 eindeutig/zweideutig.

    Es gibt Männer, denen ist es schlicht egal, Hauptsache vielleicht Frau und wenn nicht, auch gut…
    Die stürzen sich auf alles, was sich bewegt, und wenn nicht, umso besser, dafür ist denen kein Weg zu weit, da wird das ganze Bundesgebiet auf zackig bereist.

    Zum Beispiel eine Bekannte (auch auf Finya aktiv) erzählte mir vom Kriminalhauptkommissar aus dem LKA Wiesbaden, immer adrett, stets seriös und eloquent, soweit alles gut, plötzlich ruft seine Frau an, woher auch immer die die Nummer hatte, und beklagt sich bitterlich über dich familienzerstörende Schlampe, und damit du es nur wüsstest, du bist nur eine von vielen….
    Da hatte der doch tatsächlich rund 5-6 gleichzeitig am Laufen und immer war es die große Liebe….

    noch Fragen….?

    Früher zu Anfangszeiten war Finya eine echt gute Sache: man lernte einfach so interessante, kurzweilige Menschen kennen, ohne irgendwas, ohne Hintersinn, jetzt aber… die Macher von Finya haben da eigentlich ein “recht gutes Ding” hingestellt, aber was so einige Leute daraus gemacht haben… nicht schön….

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