Elitepartner im Praxistest

Seit ein paar Tagen bin ich jetzt auf Elitepartner als vollwertiges Mitglied und habe erste Eindrücke gesammelt.
Das Anmelden dauerte eine Weile, weil man gleich zu Beginn einen sehr ausführlichen Persönlichkeitstest ausfüllen muss. Im Prinzip ist das nicht schlecht, weil man am Ende ein detailliertes „Persönlichkeitsprofil“ per Email zugesandt bekommt (meines umfasst 64 Seiten! allerdings mit sehr großer Schrift), in dem eine Menge interessante Dinge drinstehen – auch unbequeme Dinge über die eigenen Beziehungsfähigkeiten, die einen zum Nachdenken bringen. Meines enthält zum Glück nur zwei leicht unangenehme Punkte.
Blöderweise erscheinen die aber auch in meinem Profil und sind für jedes Mitglied sichtbar. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich das Ding sorgfältiger ausgefüllt. Ich hatte es nämlich eilig und knallte meine Kreuzchen schlampig und ein bisschen provokativ in die Kästchen – „provokativ“ mit dem Hintergedanken, dass mein zukünftiger Partner ja nicht so sein möge wie mein letzter Beziehungsversuch (er hatte auch viele tolle Eigenschaften, aber die unguten führten eben dazu, dass ich nach einigen Kämpfen bald zermürbt aufgab).


Man kann den Test hinterher weder rückgängig machen noch ändern. Ich kann ja schon froh sein, dass meine „ungünstigen“ Punkte gemeinhin noch als beziehungskompatibel gelten. Manche Männer, durch deren Profile ich mich klicke, haben zum Beispiel den Höchstwert bei „Dominanz“ erreicht und in den Bereichen „Kommunkationsfähigkeit“, „Einfühlungsvermögen“ und „Konfliktfähigkeit“ die niedrigsten Werte. Da kann man nur hoffen, dass sie den Test mit einer ähnlichen Schlamp- und Trotzhaltung wie ich ausgefüllt haben.
Stell dir mal vor, du hast Hunderte von Euro für eine Jahresmitgliedschaft ausgegeben und hast dann in deinem Profil stehen, dass deine Beziehungsfähigkeit der eines Diktators oder Dinosauriers entspricht! Also wenn du dich bei Elite anmeldest, dann füll den Test konzentriert und bedacht aus.
Kurzum: Nicht so gut finde ich, dass andere meine Testwerte lesen können. Gut finde ich, dass ich die Testwerte der anderen lesen kann.
Nach dem Test geht´s ans Ausfüllen des Profils. Arg viel gibt´s da leider nicht; neben den üblichen Standard-Angaben (Alter, Beruf, Bildungsgrad, Größe, Figur, Kinder, Hobbies usw.) muss man eine Angabe machen zu „Das Besondere an mir ist…“, was dann alle gleich lesen können, die dich vorgeschlagen bekommen (also denk dir was Gutes aus! Es ist deine Visitenkarte, dein erstes und wichtigstes Verkaufsargument!). Ferner musst du deine „Handlungsmotive“ angeben, also aus 16 verschiedenen Motiven („Motivdarstellungen in Bildform, die die verschiedenen Lebensziele widerspiegeln“, wie Ehrgeiz, Ordnung, Sparen, Beziehungen, Familie, Status) 3 bis 4 aussuchen, die dich am meisten ansprechen. Auch hier gilt es: gut überlegen! Denn sie sind hinterher nicht mehr änderbar.
Zuletzt kannst du – musst aber nicht – noch einige von zehn Fragen beantworten, um ein bisschen mehr über dich als Person auszudrücken. Hier kannst du zum Beispiel versuchen unterzubringen, was für eine/n Partner/in du dir wünschst, obwohl nicht direkt danach gefragt wird und du für das Unterbringen ein wenig kreativ sein musst.

Eine andere Sache, bei der ich noch nicht sicher bin, ob sie mir gefällt, ist, dass man von keinem Mitglied die Fotos sehen kann, es sei denn, jemand schickt dir eine Mail oder einen Gruß und gibt sie dabei frei. Ein geschätztes Viertel hat gar keine Bilder eingestellt, bei den anderen sind sie nur umrisshaft zu erkennen. Das bedeutet, dass man viel (VIEL!) mehr Zeit braucht, um sich durch die Partnervorschläge* und die Interessenten* zu wühlen. Man muss eben alle Angaben lesen und versuchen, sich irgendein Bild zu machen.
*Zur Erklärung: Partnervorschläge kriegst du vom System anhand deiner Testwerte, und als „Interessenten“ werden die bezeichnet, die dein Profil besucht haben (wobei das ja noch lang keine Interessenten sind, meine ich, sondern einfach Besucher, aber egal). Und dann suchst du dir eben auf gut Glück ein paar heraus, die von ihren Angaben her passen könnten, schreibst ihnen was und hoffst, dass sie dich ihre Bilder sehen lassen.
Das ist, wie angedeutet, weit zeitaufwändiger als Singlebörsen mit offen einsehbaren Mitgliederfotos, aber in diesem Portal macht es Sinn, denn hier sind eben tatsächlich etliche Männer und Frauen, die einen hohen beruflichen Status haben und sich nicht öffentlich mit ihren ganz privaten Partnersehnsüchten präsentieren wollen.

Angemeldet bin ich seit drei Tagen; seitdem habe ich Post von zwölf Männern und etliche Besucher bekommen… noch nichts, was mich aufhorchen lässt, jedoch ein paar skurrile Sachen (siehe diesen Beitrag!).
Fortsetzung Elitepartner-Praxistest hier!
© Beatrice Poschenrieder

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