Erstes Date: Sei kein Geizkragen!

Eine Frage, die sich bei Dates immer wieder stellt, ist: Wer zahlt beim ersten Treffen im Lokal? Ulrike Bornschein, Autorin des amüsanten Buches „Bei Anruf nackt – Meine Partnersuche im Internet“, rät den Frauen: „Warten Sie beim Bezahlen einfach ab. Ein Mann, der sich weitgehend für Sie interessiert, möchte großzügig und ritterlich erscheinen. Indem Sie ihm die Gelegenheit geben, …, signalisieren Sie, dass Sie dieses Interesse wahrgenommen haben. Es ist kein Zeichen mangelnder Emanzipation…“
Erstaunlicherweise ist das auch selten eine Frage des Budgets. Ich hatte zum Beispiel schon sehr viele Dates mit Studenten, brotlosen Künstlern und Wenig-Verdienern, und die Nichtgeizigen unter ihnen (nämlich die allermeisten) hatten überhaupt kein Thema damit, beim ersten Date sein und mein Getränk zu übernehmen.
Meine Erfahrung sagt: Wenn ein Mann fürs erste offizielle Date “Kaffeetrinken” oder gar nur „Spazieren gehen“ vorschlägt, ist er möglicherweise nur mäßig interessiert (wobei es durchaus legitim ist, bei diesem Kennlern-Medium erst mal nur mäßig interessiert zu sein), oder vielleicht auch geizig. Oder beides. Denn abends etwas trinken oder gar essen zu gehen, wäre wesentlich zeit- und kostenaufwändiger. Es muss – und sollte! – kein Gala-Diner sein, aber ein, zwei Getränke in einem netten Lokal oder ein kleiner Imbiss beim Asiaten könnten schon drin sein, oder?
Eines der fiesesten Beispiele, die ich in dieser Hinsicht erlebt habe, war ein gewisser Volker. Auf dem Foto sah er ganz nett aus, und das, was er über sich schrieb, klang auch ganz nett.


Wir verabredeten uns Volkers Wunsch gemäß “auf einen Kaffee”. Er kam über die Straße und ich wunderte mich schon, dass er einen Rucksack dabei hatte, obwohl er mit dem Auto da war. Was auf dem Foto nicht zu sehen war: ein Hitler-Haarschnitt, eine Spießer-Brille und ein grämlich-gräulich-verbiesterter Gesichtsausdruck. Nun denn, die Anstands-Schnupperstunde musste sein.
Er bestellte ein Weizenbier – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis! fand er -, ich ein Mineralwasser. Er sagte, er habe seit dem Frühstück nichts gegessen, ich rühmte die gute und vielfältige Küche des Cafés: von kleinen Kleinigkeiten bis großen Gerichten alles lecker und zu moderaten Preisen. Er jedoch öffnete seinen Rucksack, nestelte darin herum und hievte dann drei gehäufte Hände voll Erdnüsse auf den Tisch, mit Schale, die er während unseres Gesprächs schälte und mampfte, wobei er im Redefluss ab und zu ein Bröckchen herüberwarf. Und er redete viel. Über seinen Job im gehobenen Beamtentum, seine Datscha am Wasser, seinen Sport, sein Pech mit Frauen… Selbstredend nahm ich keine einzige Nuss, in der Hoffnung, dass er bald auf die Idee käme, dass mitgebrachte Verpflegung vielleicht in einem bayrischen Biergarten geduldet, in einem schicken Café jedoch völlig unangebracht ist. Die Bedienung sah uns schon ganz schräg an und musste alle Nase lang den von Schalen überquellenden Aschenbecher leeren. Ich möchte wetten, er hatte die Erdnüsse in einem dieser mexikanischen Lokale eingesteckt, wo sie säckeweise herumstehen.
Endlich waren die Haufen auf dem Tisch verzehrt, ich atmete auf – voreilig. Volker holte noch einmal die selbe Menge aus seinem Säckel, bestellte ein weiteres Bier (verdammt!) und wurde nicht müde zu betonen, wie bezaubernd er mich fand. Ich lächelte still und harrte dem Ende des Dates. Es ging ans Zahlen. Die Bedienung sah ihn an, fragte “zusammen?”, er sagte “getrennt”. Und getrennt waren denn auch unsere Wege, für alle Ewigkeit, obschon er mich beim Abschied eindringlich um ein Wiedersehen bat. Nicht dass ich finde, der Mann müsse immer einladen. Wenn ich zwei Bier gehabt hätte und er nur ein Wasser, hätte ich bezahlt.
So ein offensichtlicher Knauserer wird sofort aussortiert.

Fazit: Wenn du (Mann) an einer Frau wirklich interessiert bist, dann übernimm beim ersten Date auf jeden Fall die Rechnung!!! Falls du nicht viel ausgeben magst, solltest du unauffällig versuchen, die Kosten von vornherein so niedrig wie möglich zu halten. Mehr Tipps dazu hier
© Beatrice Poschenrieder
„Mr.

(Diese Geschichte findet sich u.a. in diesem Buch als Nebenstory zu der ausführlichen Beschreibung eines extremen und doch recht typischen Knauserers. “Der Geizkragen” ist eine der zwölf vergnüglich-interessanten Kapitel über Männer, die für feste Beziehungen nicht geeignet sind.)

Buch kaufen oder mehr Infos:Mister Aussichtslos: 12 Männertypen, die Sie sich sparen können
 

Schau dir hierzu mein Youtube-Video an: https://www.youtube.com/watch?v=okvch201Ojs

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