Sexabenteurer in Singlebörsen: Der will doch nur spielen!

Hier kommt als Fortsetzung des Beitrags «Sextourismus in Singlebörsen» noch eine Geschichte von einem Sexabenteurer, Typ Heuchler; ist schon ein paar Jahre her. Ein 43jähriger, attraktiver, sehr männlicher Mann meldete sich bei mir:
«Hört sich sehr gut an, was du da schreibst, siehst auch sehr sympathisch aus, und eine Menge Gemeinsamkeiten haben wir auch.»
Ich: «Schade, dass dein Profil so wenig hergibt – mach doch mal bitte mehr rein!»
Er: «Treibe gern Sport, bin viel draußen, koche oft, treffe mich gern mit Freunden, verreise noch lieber… und bin natürlich ein ganz ganz Netter!»
Ich bat ihn um mehr Bilder, gab ihm meine Mailadresse, er sandte gleich neun, drei davon mit seiner kleinen Tochter, er als hingebungsvoller Papa – ich war hingerissen.

Da er beruflich und mit dem Kind sehr eingebunden war, dauerte es eine Weile, bis ein Treffen möglich war: Er konnte nie genau sagen, wie lange er arbeiten würde oder wie lange er das Kind hatte, es hieß immer nur, „heute/ morgen geht´s vielleicht“ und dann klappte es doch nicht. In der Zwischenzeit flirteten wir wie die Weltmeister.
Das erste Date war auch sehr nett, augenscheinlich gefiel ich ihm richtig gut; ich zeigte mich weiblich und zugeneigt, aber zurückhaltend. (Was mich hätte stutzig machen sollen: Er redete fast nur von sich und stellte mir praktisch keine Fragen, außer solche wie „Gefalle ich dir? Was ist dein Männertyp?“).
Danach beschoss er mich mit begeisterten SMSen.
Das zweite Date folgte zügig (ging ja doch!) und verlief ähnlich wie das erste, endete allerdings damit, dass er mich vor der Haustür küsste, indem seine Zunge in meinen Mund schoss wie ein Raubvogel auf Beutezug. Ich verzog mich schläunigst, doch das schien seine Begeisterung für mich nicht zu schmälern. Meine auch nicht.

„HatBeim dritten Date zeigte ich ihm, wie gutes Küssen geht, und das machte nicht nur ihn, sondern auch mich so wuschig, dass wir in meinem Bett landeten; fünf Minuten nach vollzogenem Akt sprang er auf (es war halbacht abends) – „ich muss meine Tochter zum Übernachten abholen!“ – zog sich in Windeseile an, und weg war er.
Danach hörte ich erst mal 8 Tage lang komplett gar nichts von ihm. Wie sich bald herausstellte, lag´s nicht daran, dass es ihm mit mir nicht gefallen hätte. Er meldete sich in sehr unregelmäßigen Abständen, und zwar nie per Telefon (geschweige denn persönlich), sondern in Emails und SMSen, die gespickt waren von Komplimenten über mein Äußeres und das „tolle Erlebnis“, das wir geteilt hatten. Und immer ein „Wir müssen das baldmöglichst wiederholen!“, aber nie ein konkreter Termin. Es war wie ganz zu Beginn: er konnte nie genau sagen, wie lange er arbeiten würde oder wie lange er das Kind hatte, es hieß immer nur, „vielleicht heute“ und dann kam eine Stunde vorher eine Absage. Ich spielte da nicht mit und traf meine Verabredungen mit anderen Menschen, ohne groß drauf zu warten, dass Mr. Unverbindlich mal zufällig Zeit hatte, und war daher an den Abenden, wo er ganz plötzlich doch Zeit hatte, fast immer schon verplant. Daher kam es nur noch zu einem einzigen Treffen; es verlief genauso wie das dritte Date, nur kürzer: Hopp ins Bett, zack raus aus dem Bett und ab durch die Mitte.
Kurz darauf traf ich ihn mit zwei Kumpels zufällig in einer Bar; einer seiner Kumpels steckte mir, dass mein Galan sein Kind sehr selten sah, was weniger an seinem Job lag denn daran, dass er mehrere Frauen parallel zu laufen hatte. (Unter dem Buchtipp geht´s weiter!)
„Mr.

 

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Ich beschloss ganz im Stillen, dass er für mich erledigt war, und ließ ihn weitermachen mit seinen SMSen, die praktisch immer den gleichen Inhalt hatten: “Hallo du Supersüße, wann darf ich dich mal wieder genießen?”
Ich machte mir einen Spaß daraus, ihn heißzumachen und hinzuhalten.
Irgendwann nach etlichen Monaten fragte er mich per SMS und per Email: „Hey Süße, was ist eigentlich los? Willst du mich nicht wiedersehen???“
Ich schrieb ihm eine Botschaft über die Singlebörse:
«Neulich beim Ausmisten meines Email-Accounts fielen mir wieder die vielen Fotos in die Hände, die du mir ganz am Anfang gesandt hattest. Da hast du dich noch verhalten, als wolltest du mich wirklich kennenlernen, als potentielle Partnerin (würde man sonst neun Fotos senden, drei Fotos davon mit seinem Kind?). Wir haben angebändelt, ich hab mich in dich verknallt. Was ich von Anfang an nicht gecheckt hatte, war, dass du mich immer nur in so kleine Lücken geschoben hast, und zwar nicht unbedingt, weil du ja so beschäftigt bist und so oft dein Kind hast, sondern weil ich nur eine von mehreren war: von deinen mehreren Sexgespielinnen.
Wir haben uns über Finya kennengelernt. Das Motto von Finya steht hier drüber: “einfach verlieben”. Da steht nicht “einfach ficken”, aber genau das scheinst du hier (und allgemein) zu suchen.
Unser erster Sex war zwar heiß, aber eigentlich eine ziemlich gefühllose Nummer. Danach bist du erst mal abgetaucht. Und dann wurde es noch krasser mit dem “in die Lücken schieben”: einmal im Monat gestehst du mir einen lächerlichen Drei-Stunden-Slot zu, wo ich dann nichts weiter kriegen würde als ne Nummer, und dann auch noch oft so blöde Zeitfensterchen, “donnerstagnachmittag oder samstagvormittag”.
Ich war und bin nicht auf der Suche nach einem Mann, der einmal im Monat kurz vorbeikommt, mich vögelt und dann wieder verschwindet, als wäre nie was zwischen uns gewesen.
Ich bin eine sehr interessante Frau, aber ich glaub, das interessiert dich gar nicht. Du hast deinen Harem und vögelst mal die eine, mal die andere. Ich möchte lieber einen Mann, der genau MICH will und sich einlässt.»

Danach, das kann man sich ja denken, war Ruhe im Karton.

Fazit: Liebe Frauen, bitte seid euch zu schade, um Lückenbüßerinnen zu sein. Selbst wenn ihr „nur“ eine Sexgeschichte mit jemandem habt, habt ihr es verdient, dass der Mann sich Zeit für euch nimmt. Wenn ihr euch drauf einlasst, dass ER allein die Zeitplanung bestimmt und euch nur ein paar magere Stündchen zugesteht, dann seid ihr nichts weiter als austauschbare Ware. Wollt ihr das?
© Beatrice Poschenrieder

One thought on “Sexabenteurer in Singlebörsen: Der will doch nur spielen!

  1. Das kenne ich nur zu gut. Es kommt natürlich immer daruaf an, was für eine Erwartungshaltung eine Frau an eine Singlebörse stellt. Ich habe selten erlebt, dass man dort den Mann fürs Leben findet. Zum Großteil sind dort beziehungsunfähige Menschen unterwegs. Das ist aber nur mein subjektiver Standpunkt.

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