Profil erstellen: Schreib was rein! (Teil 2)

Um ein zugkräftiges Singlebörsen-Profil zu gestalten, solltest du möglichst alle der Standardfelder ausfüllen, in denen deine Eckdaten abgefragt werden, wie Wohnort, Beziehungsstand, Alter, Größe, Figur/Gewicht, Kinder, Kinderwunsch, … Vielleicht hast du den Drang, die eine oder andere Angabe zu verweigern: Früher oder später kommt es doch raus, und Leerfelder wirken eher negativ als neutral oder positiv: als ob du etwas zu verbergen hast. Apropos „verbergen, verheimlichen, beschönigen“: Bitte lies dazu meinen Blogbeitrag „Lügen lohnt sich nicht“!

Bei den meisten Singlebörsen gibt´s auch ein „offenes“ Feld, in das du reinschreiben kannst, was du willst, etwa eine direkte Ansprache an deine Besucher/innen oder wichtige Informationen, die durch die festgelegten Felder und Fragen nicht abgedeckt sind. Oft befindet sich dieses Feld direkt unter / neben deinen Fotos und ist das erste, was deine Besucher/innen lesen. Also schreib auf jeden Fall was rein (nichts reinzuschreiben, erweckt den Eindruck, du habest nichts zu sagen oder seiest ein Kommunikationsmuffel), zumal es eine super Gelegenheit ist, dich von der Masse abzuheben sowie deine Interessenten vom Gefühl her anzusprechen. Ein MUSS ist das geradezu, falls du keine oder undeutliche Fotos im Profil hast oder falls deine Bilder von der Partnerbörse verschleiert werden, bis du sie einzelnen Personen freigibst. Anders gesagt: Ein nichtssagendes Profil spricht meist nur nichtssagende User an.
Nett und einladend ist schon mal, wenn du sie begrüßt, z.B. “Willkommen auf meinem Profil!”
„Meckertante“
Wem das zu profan ist: Bitte achte drauf, dass dein Leser nicht schon zu Beginn Negatives und Abschreckendes vor den Kopf geklatscht kriegt. Es mag noch so berechtigt sein, dass du die Schnauze voll hast von Sexabenteurern, Alkoholikern, hysterischen Ziegen oder Frauen, die versorgt werden wollen, aber das gleich als Einleitung deines persönlichen Textes: damit kommst du sogar für Nichtbetroffene wie eine Meckertante rüber. Zumindest deine ersten drei Sätze sollten positiv, heiter, humorvoll, flirtiv oder etwas in dieser Art sein. Und grundsätzlich ist es günstiger, reinzuschreiben, worauf du stehst, als was du ganz furchtbar findest.
Manche Singlebörsianer vermerken nur, was sie wollen und nicht wollen, manche wiederum äußern sich dazu gar nicht, sondern berichten nur über sich selbst. Beides ist suboptimal: Die erste Kategorie wirkt ein bisschen wie „ich will dies und jenes, aber was ich zu geben hab, unterschlage ich mal lieber“, die andere Kategorie wirkt unter Umständen etwas wahllos oder auch etwas ichbezogen – siehe hierzu auch mein Beitrag „Profil erstellen: Sag an, was du willst (und was nicht)“.
Du darfst dich aber wiederum auch nicht anbieten wie Sauerbier, wie diese „Maus“, die sich im hautengen Minikleid vor ihrem Bett geknipst hat:
“Wenn du eine liebe, zärtliche, pflegeleichte, treue Partnerin suchst, die immer für dich da ist und dich verwöhnt, bist du bei mir richtig.”
Huch! Genauso könnte sie schreiben: Benutz mich, ich lass alles mit mir machen und reiß mir noch n paar Beine für dich aus, Hauptsache es bleibt mal einer bei mir!
In eine ähnliche Richtung rennt der „Kuscheltyp“, der sich neben seinem Auto präsentiert: “Hol mich hier raus und ich lege dir die Welt zu Füßen… Habe einen guten Beruf, gutes Einkommen, gute Manieren, eine gepflegte Wohnung, vorzeigbares Äußeres, in Hausarbeit und Handwerken bin ich auch gut.”
Schön und gut, aber klingt ziemlich langweilig, oder? Nimmt er jede und hat keine eigenen Ansprüche, weil er so langweilig ist? Oder nicht allein sein kann?
Bei beiden Profilen fehlen Selbstbewusstsein, Witz, Esprit sowie Ecken und Kanten, also Individualität.
Was macht dich aus, außer deinen guten Eigenschaften (die du auf jeden Fall nennen darfst)? Was ist das Besondere an dir? Hast du bestimmte Attribute, Vorlieben, Hobbies, die die breite Masse nicht hat? Was erwartet deine/n zukünftige/n Partner/in bei dir?
Mach einen Entwurf in einem gesonderten Textdokument, schreib alles rein, was dir einfällt, streiche am nächsten Tag die überflüssigen und die langweiligen Sachen raus, lass es wieder einen Tag liegen und geh dann nochmal drüber. Auch in Sachen Rechtschreibung!
© Beatrice Poschenrieder