Sextourismus in Singlebörsen: Die 3 häufigsten Typen von Aufreißern

Laut einer Studie ist jeder dritte männliche User in Singlebörsen nicht auf Beziehung-Knüpfen aus, sondern auf Sexabenteuer. Auf den ersten Blick mag das viel erscheinen… ich fürchte, es stimmt. Auf der weiblichen Seite gibt es auch gar nicht wenige, die vorrangig die erotische Begegnung suchen, aber ich schätze, das sind höchstens halb so viele wie bei den Männern (und viele dieser Frauen sind schon in fortgeschrittenem Alter). Die weiblichen Sextouristen lasse ich in diesem Blog mal außen vor, da ich praktisch nur Erfahrungen mit männlichen gemacht habe.
Was deren Auftreten betrifft, unterscheide ich, nur grob eingeteilt, drei Sorten:

1) Die Ehrlichen:
Sie schreiben entweder in ihrem Profil oder in der ersten Mail, dass sie nicht für etwas Festes, wohl aber für „Spaß“ (oder wie auch immer derjenige es nennt) zu haben sind. Die meisten Ehrlichen sind attraktiv oder haben sonst etwas Besonderes, sodass sie über das nötige Selbstbewusstsein für solch direkte Angebote verfügen und über etliche Erfolgserlebnisse.
Der größere Teil von ihnen ist sehr jung, also 17 – 30, der Rest bis ca. 43. Darüber gibt es nur sehr wenige Ehrliche; fast alle Sextouris über 43 gehören zu Sorte 2 oder 3.

2) Die Heuchler:
Sie geben vor, dass sie auf Verlieben und Beziehung aus sind, und nähern sich den Frauen auf der netten und gefühligen Schiene, weil sie festgestellt haben, dass sie so noch mehr Frauen flachlegen, als wenn sie ehrlich sind. Die Heuchler haben das auch meistens nötig, weil sie entweder nicht besonders attraktiv sind oder nicht zu ihrem unverbindlichen Sexbedürfnis stehen können oder zu wenig Selbstbewusstsein haben (oftmals alles zusammen). Apropos, dazu gleich mal ein Buchtipp:
„Sexbewusstsein“

 

Ein hochinteressanter Sexratgeber für Gebundene UND Singles. Sie können sehr von diesem Buch profitieren – zum Beispiel um das eigene sexuelle Selbstbewusstsein/ Selbstvertrauen zu steigern, um dem Partner mehr vertrauen zu können und um ein besserer Liebhaber / eine bessere Liebhaberin zu werden.

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3) Die Vagen:
Sie machen der Frau nicht direkt etwas vor, geben aber auch nicht offen zu, dass sie mit ihr keine nähere Verbindung anstreben. Ihre Profile enthalten fast nichts, oft auch keine Fotos oder nur undeutliche, und kaum Text. Auch ihre Mails an die Objekte ihrer Wahl enthalten meist fast nichts, sie klingen wie Testballons: „Hallo“, „Wie geht´s?“, „Was machst du am WE?“ u.ä.
Viele der Vagen wissen auch nicht genau, ob sie nun Abenteuer suchen oder sich verlieben wollen; oder sie hoffen, dass man sich erst mal locker und sexuell kennenlernt, und wenn man da feststellt, dass es richtig gut passt, kann man sich ja immer noch verlieben und etwas Festeres anstreben (allerdings bewahren etliche von ihnen trotzdem eine gewisse Unverbindlichkeit und lassen sich gefühlsmäßig nie ganz ein).

woran erkennt man, dass ein Mann nur Sex will?
Zuerst sah er ganz normal aus; dann erkannte ich, dass er ein Schwein ist

An dieser Stelle möchte ich nur von einem Date mit einem Heuchler berichten, nennen wir ihn Otto. Sein Profil enthielt nette Texte (so à la „Suche eine Frau für mein großes Herz und meine unausgefüllten Wochenenden“) und fünf Fotos; alle fünfe zeigten Otto bei Outdooraktivitäten wie Wandern, Radeln, Skifahren. „Wie schön“, dachte ich, „der Mann ist sportlich!“
Er selbst war zwar immer nur unscharf und von weitem zu sehen, wirkte aber keineswegs unattraktiv.
Als ich ihn beim Treffen vor dem Lokal stehen sah, dachte ich als erstes: Oh, bei der Größenangabe hat er wohl ´nen Zahlendreher drin: 167 statt der angegebenen 176 cm. Von Nahem wusste ich dann auch, warum er kein Portrait von sich eingestellt hatte: er hatte eine ganz merkwürdig aufgequollene Haut von ungesunder Farbe, die dem eigentlich nett geformten Gesicht etwas sehr Kränkliches verlieh. Ich wollte mich am liebsten gleich wieder verkrümeln, blieb aber aus Mitleid und dachte: Immerhin haben wir ein gutes gemeinsames Thema, Outdoor-Sport. Darüber kam dann auch rasch eine Unterhaltung in Gang, mit keinerlei flirtiven Anwandlungen meinerseits. Jedoch nach einer Stunde, mit dem ersten Glas Rotwein intus, fing Otto an, auf Tuchfühlung zu gehen: Immer wieder berührte er mich im Gespräch wie zufällig – am Arm, an der Schulter, am Haar… Ich wich ein wenig zurück, was einem normalen Menschen unweigerlich signalisiert hätte: Abstand! Nicht aber Otto. Nach einem kräftigen Schluck von seinem zweiten Rotwein griff er beherzt nach meiner Hand und begrabbelte sie mit der Vorgabe, er wolle „Handlesen“. Ich entwand sie ihm – was Otto nicht als deutliches Körpersignal wertete, sondern bei nächster Gelegenheit schnappte er wieder nach meiner Hand, führte sie an seine Lippen und wollte grade anfangen, sie abzuschlabbern… mit einem Ruck zog ich sie zurück und sagte: „Das Berühren der Figuren mit den Pfoten ist verboten!“
„Äh, ähm“, stammelte er, „wer wird denn… so streng sein…“
„Ich mag das nicht, wenn man so schnell Körperkontakt aufnimmt!“ (was natürlich nicht stimmt, bei den Richtigen).
Nach zwei Schrecksekunden und einem weiteren Zug vom guten Roten murmelte er – kennst du das, wenn jemand etwas so in seinen Bart murmelt, dass du es grade noch verstehen kannst, er aber später im Notfall behaupten kann, er habe etwas anderes gesagt? -: „Bst du och offn fü One-Nai-Stnds? Vlleich heud?“
Oh Mann, dachte ich, dieser kleine Scheißer mit seiner geschwindelten Körpergröße und seiner ungesunden Anmutung denkt, er müsse nur ein bisschen an mir herumgrapschen und alle meine roten Ampeln überfahren, und schon treib ich´s beim ersten Date mit ihm!
Ich stand wortlos auf und ging – anderthalb Stunden zu spät.

Fazit für Frauen: Mitleid ist ein bescheuerter Grund, ein Date durchzuziehen, und wenn dein Gegenüber dann auch noch notorisch deine Grenzen übertritt, brauchst du keine Höflichkeit zu wahren – geh lieber früher als später.
Fazit für Sextouristen: Wenn du schon nicht dazu stehen kannst, dass du auf erotische Abenteuer aus bist, dann lern wenigstens, die Signale einer Frau zu erkennen und zu achten – damit ersparst du euch beiden peinsame Momente.
© Beatrice Poschenrieder

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