Erstes Date: Wer bezahlt die Rechnung?

Jemand, der meinen Blogbeitrag „Erstes Date: Sei kein Geizkragen“ gelesen hatte, maulte mich per Email an: „Na typisch! Ist ja klar, dass das von einer Frau kommt. Immer sollen wir Männer die Börse zücken!“
Lieber Mr. X: Abgesehen davon, dass von „immer“ überhaupt keine Rede war und ist, kann ich nichts dafür, dass es in unserer Gesellschaft (und in Singlebörsen) immer noch gang und gäbe ist, dass der Mann am Anfang die ersten Schritte unternimmt: Die Frau ansprechen, sich für sie interessant machen, sie ums erste Treffen bitten und dann die erste Rechnung begleichen (anständige Frauen begleichen dann die zweite, falls ihr das Lokal wechselt oder ein zweites Date habt).
Mir ist durchaus klar, dass das ein bisschen ungerecht und „unemanzipiert“ ist. Aber wenn sich ein Mann deswegen darauf verlegt, das Gegenteil von all dem zu machen, nämlich: passiv abzuwarten, bis er angesprochen wird, und im Falle er tatsächlich von einer interessanten Frau kontaktiert wird, wenig dafür zu tun, dass diejenige zu einem Treffen motiviert wird, und falls sie trotzdem noch dranbleibt, sich sogar mit ihm trifft, dann nicht die Rechnung für ein, zwei Getränke zu übernehmen – dann wird die Gesamtbilanz so aussehen: Er lernt nur einen kleinen Bruchteil der Frauen kennen, die ein Aktiver kennen lernt, hat also viiiiiel weniger Auswahl, zu einer Verabredung wird es noch seltener kommen, und wenn dann nach der „Ich-übernehm-dein-Getränk-nicht“-Nummer überhaupt noch eine Frau dranbleibt, gehört sie höchstwahrscheinlich zur Kategorie „sehr verzweifelt, und das mit gutem Grund“ oder „Psychomasochistin, therapiebedürftig“.

Warum ist es heute immer noch Konvention, dass der Mann am Anfang wirbt? Wenn man sich umschaut, ist das nicht nur in unserer Gesellschaft so, sondern in (fast?) allen Völkern und Volksstämmen. Und bei den meisten Säugetieren auch. Es scheint also etwas zu sein, was in unserer Biologie und in unseren Instinkten verankert ist. Auch hier, Mr. X, könntest du nun argumentieren: ich brauch mich doch nicht von Instinkten leiten zu lassen.
Okay, du kannst so denken, aber damit machst du dir die Chance, die Frau deiner Wahl als Partnerin zu bekommen, eventuell kaputt. Allerdings ist das auch eine super Methode, um sich Frauen und Beziehungen vom Leibe zu halten.
Ich denke, zwischenmenschlich oder geschlechterspezifisch spielt bei dieser Konvention noch ein Faktor mit: Frauen wollen gewollt werden. Männer auch, aber Frauen noch viel mehr (jedenfalls die meisten). Wenn ein Mann am Anfang nicht wirbt, erzeugt das bei vielen Frauen das Gefühl, er wolle sie gar nicht richtig, und dann verlieben sie sich gar nicht erst.
Also wenn du nicht grade am Hungertuch nagst, dann scher´ dich nicht um die paar Euro. Falls du beim Treffen feststellst, dass die Dame nicht dein Fall ist, dann überlege, ob du trotzdem begleichst, denn vielleicht hat sie eine Freundin oder Kollegin, die genau dein Typ wäre (ja, Frauen tauschen manchmal untereinander „Kandidaten“, falls jemand besser zur Freundin passt als zu einem selbst!). Es sei denn, sie war beim Bestellen sehr unbescheiden; in dem Fall kannst du sie beim Erhalt der Rechnung zum Beispiel freundlich fragen: “Wie wollen wir das am besten halten?”
Zu dem Thema hab ich übrigens noch ein paar schräge Geschichten auf Lager, plus konkrete Tipps für schmale Budgets: Zahlemann1 und Zahlemann2.
„Mr.

Eine schaurig-lustige Geschichte über einen typischen Geizkragen und weitere anschauliche Beispiele für beziehungsuntaugliche Männer plus Expertenkommentare findest du in den entsprechenden Kapiteln dieses Buches von mir!

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© Beatrice Poschenrieder

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