Kommentar zu „Wie sag ich, dass ich kein zweites Date will“

Vor 8 Wochen hatte ich euch von meinem Date mit einem Mann berichtet, der in seinem Profil ein sehr nettes Foto hatte und sich bezeichnete als „bisher sehr schlank und sehr sportlich“, seit kurzem aber mit „normaler“ Figur. In reell war er ca. 15 Jahre älter und 40 kilo dicker als der auf dem Foto und sah zudem nach einem sehr ungesunden Lebenswandel aus.


Einer meiner Leser, Monsieur Olivier, schrieb mir kürzlich einen glühenden Kommentar dazu:
«Mein Rat zu „Wie sag ich, dass ich kein zweites Date will“: Klipp und klar raus mit der Wahrheit. ER hat gelogen!
15 Jahre alte Fotos. Gelogen in Bezug auf seine Figur. Er hat dich GEZIELT(!) an der Nase herumgeführt!
Einer deiner Gründe, das diesem Kerl nicht zu sagen, war sicherlich, dass du niemandem wehtun willst. Er indes hat solche Skrupel oder Bedenken in keinster Weise. Solche Typen sind berechnend.
Wie ich mir so ein Urteil erlauben kann? Ich kenne ihn doch garnicht?
Die Fotos sind der erste Hinweis. Der Gedankengang dahinter ist folgender: „Wenn man sich trifft, wird sie NICHT einfach gehen.“
Und, so traurig es ist, damit hat so eine Person recht. Hier wird eiskalt mit den „guten Manieren“ von Menschen gespielt.

„kotzbrocken“Der nächste gedankliche Schritt so eines Typen: „Ich spiele die Freundschaftskarte“.
(Glückwunsch übrigens, dass du dich schon VOR einem Treffen hast in die Ecke drängen lassen – eine Lehrbuchsituation! Was nicht abwertend gemeint ist, denn er spielt sein Spiel wahrscheinlich schon länger).
Und über die Freundschaftskarte kommt dann die „Nice guy“-Nummer, die darin mündet, „Baue bei deinem Gegenüber ein schlechtes Gewissen auf!“ Einfaches Spiel: er wird versuchen, Gemeinsamkeiten zu schaffen und aufzuzeigen, und wenn du Ansätze machst, ihm auszubüxen, dann stellt er dich als „nicht in Ordnung“ hin.
Im Endeffekt füttert so jemand damit nur sein Weltbild von „Ich gebe mir immer ganz viel Mühe! Und keine will mich! Alle Frauen sind scheiße und haben es verdient, benutzt oder veräppelt zu werden!“

Woher ich das mit beinah unverschämter Sicherheit sagen kann?
Tja, ich war auch mal so. Ich hatte kaum Selbstbewusstsein und habe mich daher auf eine Art an Frauen rangemacht, die… nunja…
Wieder zu dir:
Mach eine KLARE Ansage, konfrontiere ihn mit seinem Verhalten, mit den LÜGEN, denn es waren Lügen, und wenn eine Verbindung mit Lügen beginnt, was soll ich dann erwarten? Dass ein Lügner nur am Anfang lügt? Pfff, bitte…
Und mach ihm klar, dass du dir so ein Benehmen NICHT bieten lässt.
Wird er diskutieren wollen? Hier haben wir die nächste Manipulation, der du zum Opfer gefallen bist:
Du hattest keine Lust auf „weitschweifige Begründungen“.
Wovor hattest du Angst? Vor WORTEN? Wenn er Luft holt, um anzusetzen, dann gib ihm ein klares „Pass auf! Ich habe meine PRINZIPIEN und meine Vorstellungen, die stehen NICHT zur Debatte und NICHT zum Verkauf!“
Ende jeder Diskussion. Wenn er dann weitermacht, nennt man das Belästigung. Ein Grund, ihn zumindest dem Betreiber der Flirt-Plattform zu nennen.
Klinge ich hier übertrieben hart? Ungerecht? Denk mal nach. Von Anfang an wurdest du manipuliert, so geschickt, dass du noch dazu wirklich glaubst, du wärest die „Böse“, wenn du seine Mauscheleien aufzeigst. Du wurdest unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht, Zeit und Hoffnung zu investieren, dich auf ein Tete-a-Tete einzulassen. Und fühltest dich dann auch noch verpflichtet…
Sprich, sich einzureden, dass man damit ungerecht wäre, oder dem anderen „wehtut“, ist Unsinn.»

Fazit: Klare Ansage machen, wenn jemand dich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu einem Treffen gelockt hat, und gehen.
© Beatrice Poschenrieder

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