Valentinstag: Ein guter Tag für Liebesrache

Puh, dieser überflüssige Valentinstag naht. Zeit, sich ein gutes Alternativprogramm zu überlegen, denn an dem Tag als Immer-noch-Single eine der typischen Romantikschmonzetten im Fernsehen anzuschauen und sich NOCH ungewollter zu fühlen, ist ja wohl ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg in die Keiner-will-mich-Depression. Statt euch nun zig kreative Vorschläge zu unterbreiten, was ihr stattdessen machen könnt, berichte ich euch einfach von einer kleinen feinen Aktion, die eine Freundin von mir letztes Jahr zum Valentinstag eingefädelt hat.
Eigentlich propagiere ich etwas wie Racheakte nicht, aber manche haben´s einfach verdient, und dieser Kerl sogar doppelt. Die genaueren Details schildere ich euch demnächst, heute nur so viel: Die Geschichte zwischen meiner Freundin M und dem Typen (C) hatte ein gutes Jahr zuvor begonnen. Nach einer stürmischen Eroberung machte C mit ihr „einen auf Beziehung“, benahm sich aber nicht wirklich so, denn obwohl er nur 3 Tage pro Woche arbeitete, widmete er M bloß winzige Zeitfensterchen und hielt sich sämtliche Planung offen, das heißt, wenn er bei ihr zur Tür rausging, wusste sie nie, wann und ob sie ihn wiedersehen würde. Fragte sie nach, sagte er: „Ich geb dir Bescheid“. C ging fast nie ans Handy, beantwortete Nachrichten oft mit 1 – 2 Tagen Verzögerung. Sie fragte sich: Hat er eine feste Partnerin, von der ich nichts weiß? Ein Besuch bei ihm ergab keinerlei Hinweise darauf. Hakte sie nach, warum er sich so verhielt, sagte er Dinge wie „Ich kann doch nicht mein Leben komplett auf dich einstellen“ (was sie ja gar nicht erwartete!) oder „Was willst du denn, wir haben doch eine Beziehung“. Aber die quälende Ungewissheit blieb. Und M blieb, weil sie sehr in ihn verliebt war – zudem hatte sie mit ihm den besten Sex ihres Lebens. Jedoch nach ein paar Monaten war sie so zermürbt, dass sie ihm die Pistole auf die Brust setzte. Dreimal dürft ihr raten, wie er reagierte: Er machte völlig emotionslos Schluss. (Unter dem Buchtipp geht´s weiter.)
„Mr.

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Das Komische ist jedoch, dass viele solcher Typen trotzdem nicht ganz loslassen. Im Abstand von etwa 3-4 Wochen sandte C an M lange sehnsüchtige SMSen, „Ich denke grade an dich, an unsere wunderschönen Stunden, an deine Zärtlichkeit, deine weiche Haut, deine liebevollen Augen…“ usw. usf. Erwiderte sie dann, „Freut mich! Wann sehen wir uns?“, kam entweder nichts oder ein Terminvorschlag, der Wochen entfernt war. Wie absurd!
Sie traf ihn trotzdem noch ab und zu, um wenigstens den guten Sex zu genießen – bis sie einige sehr unschöne Dinge über ihn herausfand (wie gesagt, berichte ich es euch demnächst) und für sie nicht nur der absolute Endpunkt dieser Geschichte erreicht war, sondern auch eine mächtige Wut in ihr hochkam. Aber statt diese herauszulassen – denn es hätte eh nichts bei ihm bewirkt außer Mauern – drehte sie den Spieß um: Sie beschloss, mit ihm zu spielen. Das war gut zwei Monate vor dem Valentinstag. Sie schrieb ihm Nachrichten, die eine gelungene Mischung aus Heißmachen und Gefühligkeit enthielten, z.B. „Hey schöner sexy Mann! Jetzt mit dir im Bett liegen und deine Haut spüren und dich verwöhnen dürfen, das wäre so wundervoll für mich…“
Wenn er jedoch nachhakte, wann man das in die Tat umsetzen wolle, reagierte sie entweder nicht oder vage („vielleicht nächste Woche… hab grade irre viel zu tun“) oder auch mit einem Terminvorschlag, den sie, wenn er ihn annahm, kurz vorher cancelte mit ähnlichen Begründungen, wie er sie oft benutzt hatte: „diese Woche hab ich Besuch von meinem Bruder“, „leider leider hat mich eine Erkältung gepackt“, „es hat sich eine Geschäftsreise ergeben“. Infolgedessen wurde er so erpicht und gierig darauf, sie endlich zu treffen und sich die angekündigten Belohnungen abzuholen, dass er begann, ihr häufige spontane Vorschläge zu machen (erstaunlich, wie viel Zeit so jemand plötzlich hat, der sonst so wenig übrig hatte!), wie „ich hätte heut Zeit, soll ich zu dir kommen?“ Selbstredend war sie da immer schon „verplant“.
Eines Abends bestellte sie ihn zu sich („ich habe schon ein paar sehr feine und frivole Ideen, was ich mit dir anstellen will“) und sagte es erst ab, als er schon auf dem Weg war – er wohnt im Norden Berlins, sie im Süden, er hat also ein ganzes Stück Weg; ihre Begründung: „Musste leider umdisponieren: Beste Freundin im Krankenhaus, Darmverschluss, bin auf dem Weg zu ihr, ihren Sohn betreuen. Sorryyyyyyyy!!!!!!“
In den Folgetagen schickte sie ihm noch ein paar reizende SMSen von der Kinderbetreuungsfront (die natürlich garnicht existierte) und schrieb schließlich, dass sie wieder Land sähe und ihn zur Entschädigung gern in ihr Lieblingslokal einladen würde. Und er war sogar bereit, sich dafür am Abend des Valentinstages mit ihr zu treffen!
Sie suchte ein Lokal aus, das 1) dann voller verliebter Paare sein würde, 2) eine weite Anfahrt für ihn bedeutete, 3) schick und teuer war. Sie reservierte einen Tisch auf seinen Namen und bestellte ihn auf 18.30 Uhr hin, eine Zeit, wo das Lokal noch recht leer war und sich schnell füllen würde.
Dann verabredete sie sich für den Abend mit mir, um außer Haus zu sein (falls er auf die Idee käme, bei ihr vorbeizuschauen) und um gemeinsam die Schadenfreude auszukosten.
Am 14.2. um Punkt 18.30 Uhr simste C ihr: „Bin da!“

M, 18.40: „Bin auf dem Weg. Könntest du uns schon mal eine gute Flasche Weißwein und Mineralwasser ordern?“
C, 18.49: „Hab ich gemacht. Wo bleibst du?“
M, 18.55: „Die blöde S-Bahn hat Verzögerung! Zugprobleme! Hoffe, ich bin in 10 min da.“
C, 19.10: „Hübsche, wie sieht´s aus?“
M, 19.13: „Endlich geht hier wieder was vorwärts, aber so ruckelig. Hoffe, du hast noch einen Moment Geduld.“
C, 19.15: „Klar gedulde ich mich noch, freu mich doch so auf dich und auf später.“
Währenddessen stellten sie und ich uns lebhaft vor, dass er grade wie ein Idiot allein am Tisch erst im leeren Lokal, dann zwischen all den Pärchen saß und alle paar Minuten einer der vielen Kellner vorbeikam und fragte, ob er schon die Bestellung aufgeben wolle und ob alles okay wäre.
Ab da simste M nicht mehr.
C, 19.45: „Soll ich lieber gehen, weil du vielleicht nicht mehr kommst??“
M antwortete nicht, sondern stellte grinsend ihr Handy ab und malte sich aus, wie der sparsame C nun auch noch mindestens 40 Euro für Wein und Wasser abdrücken musste.
Das ist fies, aber ich schwöre euch, es ist noch nicht fies genug im Vergleich zu dem, was er an Fiesitäten abgeliefert hatte. Dazu im nächsten Blog

Fazit: Wenn schon Pech in der Liebe, dann sorg wenigstens dafür, dass du Glück im Spiel hast. Mach mal ein Spiel aus der Liebe, statt ein Drama.
© Beatrice Poschenrieder

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