Partnersuche: Ist die reale Welt besser als das Internet? (Teil 2)

Nachdem meine Partnersuche im Internet sich so zäh gestaltet (viel Wirbel um letztlich nix, siehe auch Teil 1), geh ich ja auf Drängen meiner besten Freundin jetzt viel öfter „unters Volk“.
• Ich fahre ganz viel S-Bahn, U-Bahn, Bus; bisheriges Ergebnis: 3 oder 4 flüchtige Kontakte, keine Telefonnummer.


• Ich esse oft im Rathaus – wusstet ihr, dass viele Berliner Rathäuser eine Art Kantine haben, die aussieht wie eben diese Rathaus-Keller (riesig aber gemütlich), und dort nicht nur die Beamten mittags für kleines Geld gut verköstigt werden, sondern auch das profane Volk? Und da essen erstaunlicherweise auch oft angenehme Männer. Bisheriges Ergebnis: ca. 3 nette Opis und 4 nette Omis kennen gelernt, ferner einen umfangreichen, aber recht attraktiven Mann, den ich bisher leider nicht wiedergesehen habe.
• Ich gehe in beliebten Kiezen mittagessen; bisheriges Ergebnis: keines, denn mittagessende Männer tauchen fast immer zu zweit oder im Rudel auf, und die wenigen, die allein kommen, verstecken sich hinter Zeitung/Laptop/Smartphone/Sonnenbrille.
„Konzertsommer“• Ich gehe joggen oder spazieren in zentral gelegenen Parks; bisheriges Ergebnis: irgendwie seh ich immer nur den selben 60jährigen Yeti, dessen lange weiße Haare beim Rennen im Fahrtwind flattern. Nicht mein Typ.
• Und natürlich geh ich fleißig weiterhin auf Outdoor-Kulturevents, zum Beispiel zu den Sonntagskonzerten am Bodemuseum, die noch bis zum 31.8. jeden Sonntag ab 20.30 Uhr stattfinden; da dort aber die Chance, einen passenden Singlemann kennen zu lernen, sehr gering ist – jeder sitzt den ganzen Abend wie festgeklebt auf seinem Platz – geh ich zuerst in den Englischen Garten zum „Konzertsommer“, zumal das schon um 16 Uhr anfängt, dort viel mehr Leute sind und es überaus nett und locker zugeht. Mitten im Grünen, gegenüber dem „Teehaus“, ist eine recht große Bühne aufgebaut, dazwischen ein kleiner gepflasterter Platz, auf dem dann auch gestanden, geguckt und getanzt wird, und drumherum viele Rasenflächen, auf denen noch mehr Menschen lagern und der Musik lauschen. Bisheriges Ergebnis: das folgt später.
Jedenfalls, nachdem mein Reality-Check bisher nix Brauchbares ergab, musste also doch wieder die Singlebörse herhalten.
Und da erlebte ich auch gleich wieder eine Niederlage, nicht schön für mich, aber vielleicht lehrreich für euch.

Frauen, die ihr Mitte 40 oder drüber seid: Ich warne euch vor den 42jährigen Männern in den Partnerbörsen. Komischerweise hatte ich in den letzten 2 Jahren etliche Dates mit 42jährigen (gefühlt ca. 25 Dates), die scheinbar entweder besonders aktiv auf Singleforen sind oder auf meine Fotos stehen, was weiß ich! Jedenfalls waren fast alle dieser Männer interessant und recht attraktiv (so auf ihre Art) – und charmant zu mir. Aber es waren ausnahmslos alles Flops! Nämlich Kings der Unverbindlichkeit.
DIE WOLLEN NUR SPIELEN!!!!
Vorletzten Samstag zum Beispiel traf ich einen 42jährigen, der vor dem Treffen einen ziemlichen Alarm gemacht hatte, Architekt, witziger Typ. Das Date selbst verlief bestens, wir verstanden uns gut, aßen, tranken, spazierten, plauderten angeregt, lachten… Am Ende sagte er, „Wir müssen unbedingt bald wieder was zusammen machen!“, umarmte mich und verschwand in der U-Bahn. Ich ging beschwingt nach Hause und dachte: Ich frag ihn mal, ob er morgen zum „Konzertsommer“ mitkommt, und siehe da! Er sagte zu!
Wir waren zu einer fixen Zeit dort verabredet. Aber er kam nicht. Ging nicht mal ans Handy, antwortete nicht auf meine SMS. Was für ein extrem schlechtes Benehmen; er hätte zumindest absagen sollen.
Wie ihr seht: Wieder ein Beweis für die These meiner Freundin, „in Singlebörsen lernst du doch keinen ernsthaften Partner kennen!“
Das Gute daran war wiederum: Ich verbrachte den ersten Gig auf dem Konzertsommer allein, wurde von zwei netten Männern angequatscht (leider beide nicht mein Fall, aber schön für mein angeknackstes Selbstwertgefühl!), zum zweiten Gig kam meine beste Freundin, und zum Ende gewann ich den ersten Preis der Verlosung dort, ein herrliches 3-Gänge-Menü nebst Wein für zwei Personen im wundervollen Restaurant des „Teehaus“. Fehlt nur noch der passende Kerl.
© Beatrice Poschenrieder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.