Partnersuche: Ist die reale Welt besser als das Internet? (Teil 2)

Lernt man/frau als Single mehr potenzielle Partner kennen, wenn man sich verstärkt in öffentliche Verkehrsmittel, Lokale, Parks u.ä. begibt? Ich teste es!

Wird sie sich schwarz warten, bis er mal rüberkommt und sie anspricht?

Nachdem meine Partnersuche im Internet sich so zäh gestaltet (viel Wirbel um letztlich nix, siehe auch Teil 1 dieses Beitrags), gehe ich auf Drängen meiner besten Freundin jetzt viel öfter „unters Volk“:
• Ich fahre ganz viel S-Bahn, U-Bahn, Bus; bisheriges Ergebnis: 3 oder 4 flüchtige Kontakte, keine Telefonnummer.

• Ich esse oft im Rathaus – wusstet ihr, dass viele Berliner Rathäuser eine Art Kantine haben, die aussieht wie eben diese Rathaus-Keller (riesig aber gemütlich), und dort nicht nur die Beamten mittags für kleines Geld gut verköstigt werden, sondern auch das profane Volk? Und da essen erstaunlicherweise auch oft angenehme Männer. Bisheriges Ergebnis: ca. 3 nette Opis und 4 nette Omis kennen gelernt, ferner einen umfangreichen, aber recht attraktiven Mann, den ich bisher leider nicht wiedergesehen habe.

• Ich gehe in beliebten Kiezen mittagessen; bisheriges Ergebnis: keines, denn mittagessende Männer tauchen fast immer zu zweit oder im Rudel auf, und die wenigen, die allein kommen, verstecken sich hinter Zeitung/Laptop/Smartphone/Sonnenbrille. Genau gleich verhält es sich mit Kaffeetrinken in Cafés.

• Ich gehe joggen oder spazieren in zentral gelegenen Parks; bisheriges Ergebnis: irgendwie seh ich immer nur den selben 60jährigen Yeti, dessen lange weiße Haare beim Rennen im Fahrtwind flattern. Nicht mein Typ.

• Und natürlich gehe ich fleißig auf Kulturevents, die es in Berlin ja überreichlich gibt (die meisten sogar kostenlos); aber irgendwie ist die Chance, einen passenden Singlemann kennen zu lernen, eher gering – jeder sitzt den ganzen Abend wie festgeklebt auf seinem Platz und/oder hat eine Lady an seiner Seite.

Jedenfalls, nachdem mein Reality-Check bisher nix Brauchbares ergab, musste also doch wieder die Singlebörse herhalten.
Und da erlebte ich auch gleich wieder eine Niederlage, nicht schön für mich, aber vielleicht lehrreich für euch.
Frauen, die ihr Mitte 40 oder drüber seid: Ich warne euch vor den 42jährigen Männern in den Partnerbörsen. Komischerweise hatte ich schon viele Dates mit 42jährigen (gefühlt ca. 25 Dates), die scheinbar entweder besonders aktiv auf Singleforen sind oder auf meine Fotos stehen, was weiß ich! Jedenfalls waren fast alle dieser Männer interessant und recht attraktiv (so auf ihre Art) – und charmant zu mir. Aber es waren ausnahmslos alles Flops! Nämlich Kings der Unverbindlichkeit.
DIE WOLLEN NUR SPIELEN!!!!
Vorletzten Samstag zum Beispiel traf ich einen 42jährigen, der vor dem Treffen einen ziemlichen Alarm gemacht hatte, Architekt, witziger Typ. Das Date selbst verlief bestens, wir verstanden uns gut, aßen, tranken, spazierten, plauderten angeregt, lachten… Am Ende sagte er, „Wir müssen unbedingt bald wieder was zusammen machen!“, umarmte mich und verschwand in der U-Bahn. Ich ging beschwingt nach Hause und dachte: Ich frag ihn mal, ob er morgen zu diesem Musik-Event mitkommt, und siehe da! Er sagte zu!
Wir waren zu einer fixen Zeit dort verabredet. Aber er kam nicht. Ging nicht mal ans Handy, antwortete nicht auf meine SMS. Was für ein extrem schlechtes Benehmen; er hätte zumindest absagen sollen.
Wie ihr seht: Wieder ein Beweis für die These meiner Freundin, „in Singlebörsen lernst du doch keinen ernsthaften Partner kennen!“
Das Gute daran war wiederum: Ich verbrachte den ersten Gig auf dem Event allein, wurde von zwei netten Männern angequatscht (leider beide nicht mein Fall, aber schön für mein angeknackstes Selbstwertgefühl!), zum zweiten Gig kam meine beste Freundin, und zum Ende gewann ich den ersten Preis der Verlosung dort, ein herrliches 3-Gänge-Menü nebst Wein für zwei Personen. Fehlt nur noch der passende Kerl.
© Beatrice Poschenrieder

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