Schräge Dates: Der Frauenbeglücker

Ein netter Typ schrieb mich an – schon 54, aber ein anziehendes lachendes Gesicht mit jungen Augen. In seinem Profil steht unter anderem:
«Ich suche nicht in erster Linie nach „fester Beziehung“, sondern nach Verbindung und Intimität. Ich bin gerade dabei zu erforschen, was passiert, wenn man fixe Erwartungen loslässt und enge Begrenzungen weitet. Meine Reise ist bestimmt nicht jedermanns/fraus Sache. Aber … wenn eine Frau nach Intimität, voller Aufmerksamkeit und Verbindung sucht, sollte sie Zeit mit mir verbringen. Liebe auf eine verbundene Art zu teilen, das ist meine Droge. Ich werde dir meinen lebendigsten Teil geben, wenn du mir Zugang zu dir gibst.
Ich stehe dir zur Verfügung, um zu erfahren, wie weit zwei Menschen sich aufeinander einstellen können, emotional, körperlich und spirituell.»
Hmm, dachte ich, das klingt interessant! Wie ein Mann, der sein Bewusstsein auf eine höhere Ebene gebracht hat. Und da er mich eh nach ein paar netten Mails fragte, ob wir uns treffen wollen, sagte ich zu.

Wir trafen uns in einem kleinen Club mit Livemusik (by the way eine großartige Veranstaltungslocation, das Fincan in Neukölln) eine knappe Stunde bevor das Konzert begann. Er kam rein und das erste, was er sagte, war: „Mir ist es voll peinlich… Meine Brusthaare pieken durch den Stoff von meinem Hemd…!“
Ich sagte, dass mir das gar nicht aufgefallen wäre, wenn er mich nicht drauf aufmerksam gemacht hätte. Was mir jedoch sofort aufgefallen war (was ich ihm jedoch nicht sagte), war, dass er erstens sehr stark nach Knoblauch roch und zweitens eine beachtliche Wampe hatte, obwohl er in seinem Profil „athletisch“ als Figurangabe gemacht hatte. Menno! Vorsätzliche Täuschung oder schiefe Selbstwahrnehmung?
Wie auch immer… Der Mann war sympatisch, wir holten was zu trinken und setzten uns. Aus irgendeinem Grund kamen wir bald aufs Berufliche zu sprechen. Er sagte, er sei Coach. Und zwar für „Orgasmische Meditation“, eigentlich „Orgasmic Meditation“, weil es aus Amerika kommt, wo er es auch gelernt habe. Ich stellte mir darunter vor, dass man im Schneidersitz meditiert und sich lustvoll auf seine Genitalien fokussiert, um sich auf berührungslose Art zum Kommen zu bringen (es gibt Leute, die das können!). Aber nein, lernte ich nun, „Orgasmic Meditation“ (kurz „OM“) ist im Grunde nur eine bestimmte Technik, bei der der Mann die Frau exakt 15 Minuten lang auf sanfte Art mit dem Finger an der Klitoris streichelt, während sie ganz ruhig daliegt und fühlt.
„Und da kommen Leute zu dir und wollen das beigebracht bekommen?“ fragte ich.
Er: „Noch nicht viele, aber: ja.“ – „Und wie zeigst du es ihnen?“ – „Die Frau macht sich unten frei und ich führe es aus.“
Oh. Ich hakte nach: „Die Frauen machen sich unten nackig und lassen dich einfach da anfassen?“ – „Ja, oder der Partner macht es unter meiner Anleitung…“ – „…während du vollen Ausblick auf ihre Pussy hast?“ – „Ja.“
Fortsetzung folgt morgen!
© Beatrice Poschenrieder
„Mr.

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