Werde ich je den Richtigen finden??? (Neue Version)

Dieser Stoßseufzer drängt sich immer wieder in das Hirn so mancher Singles, selbst wenn dort sonst ein unerschütterlicher Optimismus besteht. Warum? Ab und zu überkommt einen eben der „Ich-bleibe-wohl-ewig-Single-Blues“. Ich erläutere ihn mal aus der weiblichen Perspektive, denn wirklich viele Frauen haben mir schon ähnliche Versionen erzählt…
Also. Vielleicht hast du jemand kennen gelernt, den du wirklich toll, anziehend und angenehm fandest, er dich anfangs auch: Die ersten paar Dates waren zauberhaft, alles schien in die richtige Richtung zu laufen… Aber kaum hattet ihr eure Bettpremiere hinter euch (die, by the way, ganz gut verlaufen war) und noch zehn Minuten Nachspiel-Getätschle, lag er da so auf dem Rücken und starrte an die Decke…

Ich dachte, er wäre auch verliebt, aber für ihn war es nur ein schnelles Abenteuer
Du wähnst dich noch im Liebesglück, und er ist schon ganz woanders…

Kennst du das Gefühl? Plötzlich ist das unsichtbare Band, was euch vorher verband, abgeschnitten: Der Mensch, dem du gern nahe wärst, lässt dich emotional nicht mehr an sich ran. Vielleicht ist er durchaus noch freundlich, aber du merkst genau: In eurem Verhältnis hat sich etwas geändert. Und du hoffst, dass es nur vorübergehend ist. Aber dann, als ihr den Abend oder die Nacht beendet und euch verabschiedet, kommt überhaupt nichts Verbindliches von ihm, kein Wort darüber, wann oder ob ihr euch wiederseht, ja nicht einmal ein „bis bald“. Und wenn ihr nach einem Wiedersehen fragt, sagt er „mal sehen“.
Du aber fragst nicht, denn aus Erfahrung weißt du: Manchmal müssen Männer, wenn sie eine Frau „erobert“ haben oder wenn der Sexdrang erst mal gestillt ist, innerlich ein paar Schritte zurücktreten und mit etwas Abstand in sich gehen, ob sie nun bei ihrer Beziehungsanbahnung bleiben wollen oder ob diese Dame vielleicht doch nicht diejenige ist, der sie sich näher widmen wollen.
Also hältst du dich zurück und bist weiterhin locker und offen. Dieses Vorgehen garantiert dir zwar keineswegs, dass der Kerl sich dann doch noch einlassen wird, aber wenigstens musst du dir später nicht vorwerfen, dass du ihn mit Ungeduld oder Zickigkeit vergrault hättest.

Wie auch immer. Ziemlich kränkend, ja geradezu beleidigend ist es, wenn man direkt nach der gemeinsamen Nacht frühmorgens für eine Sekunde in seine Partnerbörse stippt und feststellt, dass der, mit dem man vor Stunden noch Intimität austauschte, bereits online ist. Und wenn man mittags erneut kurz reinstippt, ist er immer noch online. Und abends auch. Und am nächsten Tag auch. Und am übernächsten usw.
Vielleicht meldet er sich erst nach zwei Tagen nachts um halbeins per SMS mit einem mageren „Gute Nacht“. Was soll man damit anfangen?
Vielleicht habt ihr auch noch ein paar Telefonate und Treffen, du verhältst dich weiterhin zugewandt, aber von ihm kommen nur noch entweder nüchterne Ansagen und Verhaltensweisen, oder sexuelle. Nix mit „zärtlich in Wort und Tat“.
Vielleicht bekommst du sogar von Freundinnen, die in der selben Börse wie du sind, gemeldet, dass er ihr Profil besuchte, und dann weißt du, dass er sogar aktiv auf der Suche nach einer anderen ist.
 Alles klar.
Dir ist auch klar, dass es, wenn man gehobene Ansprüche hat (z.B. was Bildung, Reifegrad und Stil betrifft), schwer ist, wirklich den/die Richtige/n für eine feste Beziehung zu finden. Weil es eben von beiden Seiten „klick“ machen muss, und als ob das nicht schon selten genug wäre, muss es sich ja erst noch zeigen, ob es wirklich passt und ob beide gleichermaßen auch nach Wochen, Monaten und Jahren noch davon überzeugt sind, dass sie genau mit diesem Menschen zusammen sein wollen. Aber manchmal könntest du an der Unverbindlichkeit und Unentschlossenheit der Männer, die du kennen lernst und interessant findest, verzweifeln. Vielleicht ist dieses scheinbare Überangebot in den Singleforen daran Schuld, dass nur noch so wenige sich fest einlassen wollen – es könnte ja noch was Besseres, Kompletteres, Attraktiveres, xxx… kommen. Jede Entscheidung für einen Partner ist ja auch eine Entscheidung gegen etwas: gegen andere potenzielle Partner oder gegen Spaß und Abenteuer.
„Aber“, denkst du dann, „ohne Entscheidungen ist man letzten Endes überhaupt nirgends.“
Du lässt deinen Schwarm also ziehen. „Hab Geduld“, sagt eine Freundin von dir, deren Geduld sich ausgezahlt hat: Sie hat ihr Pendant gefunden, und zwar… über eine Singlebörse.

Fazit: Wenn dich der „Ich-werde-immer-allein-bleiben“-Depri packt, dann bleib trotzdem an der Suche dran und vertraue darauf, dass alle ewig Unverbindlichen es eines Tages bitter bereuen werden und dass du schon noch jemanden finden wirst.
© Beatrice Poschenrieder
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