Werden Beziehungen heute zu schnell weggeworfen? Kommentar Nr. 2

Hier noch ein lesenswerter Kommentar zu meinem Beitrag «Werden Beziehungen heute zu schnell weggeworfen?»
von Mirjam, 30:
«Du sprichst die Freiheiten an, die man heute hat. Freiheit bedeutet, dass man selber Entscheidungen treffen kann. Um eine (gute) Entscheidung zu treffen, müssen verschiedene Seiten und Sichtweisen miteinander verglichen werden. Man muss einen Schritt zurücktreten, um das wirklich Wichtige zu erkennen. Dazu muss der Geist offen sein für neue Ideen und Sichtweisen und man muss stets sich selbst und seine Wünsche hinterfragen, um den Kern des Problems zu erfassen. Das ist Arbeit. Arbeit an sich selbst und an der Beziehung. Dazu sind viele nicht bereit, weil von jemand anderem etwas zu fordern einfacher ist, als an sich selbst zu arbeiten. Ich denke, eine ebenso wichtige Frage wie die im Titel wäre: «Wird zu wenig in Beziehungen investiert?»
Meine Antwort ist: Ja. Die Konsequenz daraus ist dann, dass Beziehungen zu schnell weggeworfen werden.

„UnsereErklärung, wie ich zu dieser glorreichen Erkenntnis gelangt bin: Ich bin nun seit knapp 8 Jahren mit meinem Freund zusammen. In dieser Zeit hatten wir sehr schwierige Phasen, da er absolut kein einfacher Mensch ist. Auch ich bin ein Sturkopf. Zudem hatte ich zeitweise familiär und in der Ausbildung große Mühe. Einmal fragte ich dich auch um Hilfe. Wir haben dann beide stark an uns und unserer Beziehung gearbeitet und haben dabei immer tiefere und vertrautere Ebenen erreicht. Was wir heute haben, ist mit Worten nicht zu beschreiben und wunderschön. Einfach so erreicht man diesen Zustand nicht. Liebe ist kein Selbstläufer. Wenn einigermaßen gute Beziehungen auseinander gehen, dann weil einer oder beide Parteien zu wenig bereit sind, an sich oder an der Partnerschaft zu arbeiten. Was letztlich irgendwo respektlos sich selbst, dem anderen und der Beziehung gegenüber ist.

Bei Beziehungs-Meinungsverschiedenheiten ist meine Hauptfrage an mich selbst: Was brauche ich grundlegend und zwingend?
Das sind letztlich sehr wenige Punkte. Vor allem können diese Punkte verschieden gelebt werden – und nicht nur so, wie ich mir das vorstelle. Wenn diese grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind, sind die oberflächlichen kein wirkliches Thema mehr.
Beispiele für grundlegende Bedürfnisse: Respekt, Vertrauen, Zuwendung, Verbindung (auch körperlich), zueinander stehen, Sexualität, Zeit (miteinander und für sich selbst).
Beispiele für oberflächliche Bedürfnisse: Geschenke, Sextechnik xy, Flirts außerhalb der Beziehung, Selbstbestätigung, Essen, Sport, politische Gesinnung, Aussehen, Vorzeigbarkeit,…
Zum Beispiel eine Frau erwartet wöchentlich Rosen, um sich der Liebe sicher zu sein. Dabei zeigt ihr Partner ihr seine Liebe vielleicht darüber, dass er zärtlich und unterstützend ist… Wie gesagt, offen sein für andere Sichtweisen und sich auf den anderen einlassen können und wollen – das führt dazu, dass der Partner die Beziehung nicht so schnell weggeworfen wird.»

Bitte lies dazu übermorgen auch den nächsten Kommentar!
Und auf meiner Seite www.frag-beatrice.de findest du jede Menge Fragestellungen und Antworten / Tipps für eine erfüllte Paarbeziehung – etwa die Rubrik «Beziehungsprobleme» oder das «FAQ Liebe».

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