Diese Profilfotos lieber nicht einstellen! (Teil 3)

Neulich habe ich in einem Singlebörsen-Profil folgendes interessante Statement gefunden:
«Warum sehen Handy-Selbstportraits immer so merkwürdig aus?
 Damit die Kamera die Proportionen nicht verzerrt, ist ein Mindestabstand einzuhalten. Der berechnet sich aus dem 10-fachen des Bereichs, der scharf fotografiert werden soll – das wird bei Portraits der Abstand von der Nasenspitze bis zum Ohr sein, also ca. 15 cm. Die Kamera muss demnach mindestens in einem Abstand von 1,50 m, von der Nasenspitze gemessen, positioniert werden. Mit dieser Vorgabe ist aber jeder Arm extrem überfordert… ganz abgesehen von dem “abgeschnittenen” Arm, der aus dem Bild läuft, um die Kamera zu halten (schüttel).»

Da hat er Recht. Zum Beispiel ein “Mr.D”, der gleich drei Stück davon eingestellt hat (und sonst nix): Sein Gesicht wirkt irgendwie überdimensioniert, vor allem die Nase. Ob die wohl immer so riesig ist? Vermutlich nicht.
Ähnlich ist es mit Fotos, auf denen sich jemand im Spiegel knipst: zum einen sind diese dann seitenverkehrt, zum anderen kann es unfreiwillig komisch anmuten, wenn im Spiegel ein karges Badezimmer oder deine halbe Wohnungseinrichtung auftaucht (bei Mr.D ist es der Einblick in eine schmucklose Neubauwohnung mit Einbauküche und Hundewelpen-Kalender an der Wand) oder wenn die Reflektion des Blitzlichtes dein Gesicht fast unkenntlich macht.
Oder diese Fotos, wo eigentlich noch andere mit drauf waren, die man weggeschnitten hat…! Bloß der Arm und die Hand der Ex sind noch zu sehen, die zärtlich-besitzergreifend um den Kerl gelegt sind, oder die Hälfte von einem Kind, oder gar eine Verflossene mit geschwärztem Gesicht.
„kreide-mann“Nun könnte man sagen: Solche improvisierten Bilder sind doch besser als gar keine, oder?
Gegenfrage: Würdest du dich mit solchen Fotos um eine Arbeitsstelle bewerben?
Und eine/n Lebensgefährten/in willst du doch u.U. gern noch länger behalten als eine Arbeitsstelle… Also investiere wenigstens ein kleines bisschen Zeit und Energie in ein paar brauchbare Bilder.

Grundsätzlich: Nimm nicht irgendwelche Bilder!
Oft höre ich das Argument: „Aber ich hab halt fast keine Fotos von mir!“ Das höre ich sowohl von Leuten, die aus diesem Grund lieber gar nichts einstellen, als auch von Leuten, die schreckliche Bilder drin haben. Beides führt zum selben Ergebnis: Du weckst nur einen Bruchteil des Interesses im Vergleich zu jemand, der sich optisch sympatisch präsentiert, und die Wahrscheinlichkeit, deine/n Traumpartner/in zu finden, sinkt auf ein Minimum.
Nehmen wir mal M., einen Freund von mir: er ist der netteste, angenehmste Mensch, den man sich vorstellen kann, hat ein ebenso einnehmendes Äußeres, ein gutes Alter (Anfang 40), einen guten Beruf, aber er lernt im Job kaum Frauen kennen, und privat auch wenig, weil er dauernd bei der Verwandtschaft herumkluckt. Als ich ihn dazu antrieb, sich auf ein, zwei Singleportalen anzumelden, tat er das zwar, aber er stellte nur ein einziges Bild ein: M. ameisenklein im Schnee mit Mütze auf dem Kopf, dickem Schal bis übers Kinn und Riesen Sonnenbrille. Vom Gesicht war praktisch nur eine Nase und die Andeutung eines Mundes zu sehen. Darunter eine unförmige Daunenjacke, die aus dem relativ schlanken M. ein dickes Michelinmännchen macht. Bei welchen Frauen, bitteschön, sollen damit Gefühle geweckt werden, außer bei denen, die jeden nehmen und denen es daher egal ist, wie der Kerl rüberkommt?
Seit über einem Jahr lungert M. nun als Karteileiche bei zwei Portalen herum und herausgekommen sind nur ein paar belanglose Emailwechsel und kein einziges Date.
Fortsetzung im nächsten Blog-Beitrag!
© Beatrice Poschenrieder

One thought on “Diese Profilfotos lieber nicht einstellen! (Teil 3)

  1. Wow, bin begeistert .
    Fotos von mir sehen eigentlich immer doof aus. Dann habe ich eine ganze Serie mit meinem Handy geschossen. Ich war total überrascht und stellte fest, ohhh, ich bin doch nicht so hässlich, wie ich immer dachte. Ich fand die Bilder richtig toll und fand mich das erste Mal seit Jahren wieder attraktiv. Der Hintergrund war nicht so gut, also habe ich alles weggeräumt, was im Weg war. Ich habe mich aufgedonnert, geschminkt, ungeschminkt, Haare hoch, Haare zusammen usw., habe mir große Mühe gegeben.
    Ich nehme die Fotos und probiere es aus. Die anderen Tipps waren sooo gut, ich zermarter mir wirklich das Hirn, es ist aufregend und sehr anstrengend. Danke für die Tipps und lieben Gruß von Ebba

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