Diese Profilfotos lieber nicht einstellen! (Teil 5)

Günstig für eine Seitensprung- und Bumsbörse, ungünstig für echte Partnersuche auf einer Singlebörse: zu viel nackte Haut.
Ein Bekannter von mir, Künstler, hatte ein Foto von sich drin, wie er mit freiem Oberkörper an der Werkbank steht. De facto hatte er das Shirt ausgezogen, weil er mit Hitze hantierte, aber das Foto war cool; also hatte er es eingestellt und wunderte sich nun, dass er fast nur anzügliche Mails und eindeutige Angebote bekam.
Ich erklärte ihm: Wenn sich ein Mann hier vom Hosenbund/Schlüpper aufwärts entblößt zeigt (und wenn man nur ein Stück davon sieht), ist das in den meisten Fällen eine Art “Code” für die Frauen, die ein bisschen Erfahrung mit Singleportalen haben: ein Code für “ich bin nicht hier, um eine Frau für eine Beziehung zu finden, sondern für erotische Abenteuer.” Ebenso wie das Foto von einem hübschen Kerl, der im Bett liegt oder den Kopf mit sinnlicher Anmutung auf sein Kissen gebettet hat, ein Code ist für „Lass mich dein Betthase sein“.
Mein Bekannter meinte dann, “Und wenn die Damen in der Singlebörse sowas machen, ist das wahrscheinlich kein Code, sondern einfach nur natürlich, oder?” “Nein”, erwiderte ich, “wenn die Damen hier auch nur einen Tick zu viel Haut zeigen, erfahren sie sehr schnell, wie das von den Männern aufgefasst wird – es hagelt nur noch Sexofferten. Du kannst also davon ausgehen, dass jede, die hier länger als eine Woche zu viel Haut zeigt, auch auf Abenteuer aus ist – oder dass sie glaubt, sie müsse das machen, um ihren Marktwert zu erhöhen und sich dann den bestmöglichen Partner aussuchen zu können.”
„Nackedei“Überhaupt führen Fotos, die zu viele Assoziationen an Sex hervorrufen, eher zu ein- bis zweideutigen Angeboten als zu Paarbeziehungen. „Sexyhexy“ oder „Knutschmaus“ im tiefdekollettierter Ausgeh- oder Disco-Kleidung vor ihrem Bett im Schlafzimmer stehend – oder, noch schlimmer, sich im Bett räkelnd: Mädchen, was tust du da??? Die Message so einer Bildkomposition ist: „Suche Liebe, biete Sex“. Denn die allermeisten dieser Frauen wollen ja nicht bloß eine Sexaffäre, sie wollen sich glücklich verlieben mit Sturzflug in eine ausgewachsene Beziehung. Nur glauben sie halt (oft ohne es zu wissen), dass sie den dazu passenden Mann nur an sich binden können, wenn sie als Tauschmittel oder Gegenleistung (dafür, dass der Mann sich diese „grässliche Sache“ antut, was Festes mt ihr einzugehen) Sex liefern. Oder zumindest das In-Aussicht-Stellen von Sex. (Das betrifft übrigens auch die vielen Kätzchen und Hexis, auf deren Foto der Busen einen schier anspringt oder die Dame im Bikini oder anderem erotikförderlichem Outfit zu sehen ist.
Nochmal im Klartext: So etwas ist prima, wenn du nur auf Abenteuer aus bist. Willst du aber Liebe und „was Festes“, dann lass solche Bilder weg. Das betrifft, wie oben angedeutet, auch Männer, obschon bei ihnen meist mehr Kalkül im Spiel ist, was das Zeigen von Körper und Haut angeht.

Meine Empfehlungen: Stell mindestens drei verschiedene Bilder ein, davon ein Portrait und mindestens ein Ganzkörper-Foto, besser zwei, und zwar in für dich typischen Outfits; zum Beispiel: Wie siehst du aus, wenn du dich für deinen zukünftigen Schatz schick machst? (Denk dabei eher an ein Abendessen in einem edlen Lokal als an einen Besuch im Pärchenclub.) Und wie siehst du normalerweise in deiner Freizeit aus? (Kleidung, die du nur in der Arbeit trägst, spielt für die Partnersuche eigentlich keine Rolle.)
Lass dich von jemand knipsen, der dich mag und dich zum Lächeln und Lachen bringen kann.
Probiere ein bisschen herum mit verschiedenen Klamotten, Arten, deine Haare zu tragen, Beleuchtungen, verschiedenen Blickwinkeln, Gesichtsausdrücken und Haltungen. Steck ein bisschen Zeit und Energie rein, immerhin geht es darum, eine Person zu finden, mit der du vielleicht sehr viele Jahre verbringen willst.
© Beatrice Poschenrieder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.